Update: 10.08.2010

Aktionsplan des «World Programme of Human Rights Education», erste Phase (2005-2007)

Das UNO-Menschenrechtsbüro hat in Zusammenarbeit mit der UNESCO einen Aktionsplan für die erste Phase (2005-2007) des Weltprogramms für Menschenrechtsbildung erarbeitet. Das Ziel ist, die Entwicklung von nachhaltigen Strategien und Programmen zur Menschenrechtsbildung auf nationaler Ebene zu fördern. Im Besonderen konzentriert sich der Aktionsplan auf die Einbindung der Menschenrechtsbildung in den Primar- und Sekundarschulbereich.

Die Rolle der Menschenrechtsbildung

Ausgangspunkt für die internationalen Bestrebungen ist die Bedeutung des Bildungssystems zur Förderung von Respekt, Partizipation, Gleichheit und antidiskriminierendem Verhalten in unseren Gesellschaften. Das Wissen über die allen gleichermaßen zustehenden Rechte und Grundfreiheiten sowie die Bereitschaft, diese anzuerkennen und zu verteidigen, sind wesentliche Voraussetzungen, um Verantwortung für sich selbst und andere in der Gesellschaft übernehmen zu können. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bedarf es eines umfassenden Ansatzes zur Umsetzung der Menschenrechtsbildung im Bildungssystem, der sich nicht nur an die Bildungspolitiken, -prozesse oder –instrumente richtet, sondern auch konkret an die Bildungsstätten.

Internationaler Aktionsplan

Im Aktionsplan finden sich Richtlinien für nationale Implementierungsstrategien für den Primar- und Sekundarschulbereich. Daneben liefert er Ideen für die Entwicklung von neuen Initiativen und die Ausweitung von bereits bestehenden sowie für die Förderung von nationaler und internationaler Kooperation und Partnerschaften. Der Plan wurde von allen Mitgliedstaaten der UNO im Juli 2005 angenommen. Auch die Schweiz hat sich also zur Umsetzung des Aktionsplans verpflichtet.

Implementierungsstrategie

Die Richtlinien für eine nationale Implementierungsstrategie bestehen aus vier Stufen. Bis zum Ende der ersten Phase sollen davon mindestens die ersten beiden Stufen umgesetzt werden. Diese beinhalten eine Analyse zur aktuellen Situation der Menschenrechtsbildung im nationalen Bildungssystem, das Setzen von Prioritäten und die Entwicklung einer nationalen Implementierungsstrategie und eine erste Realisierung der geplanten Aktivitäten. Stufe drei und vier beinhalten die weitere Realisierung der Strategie und ihre Überwachung sowie das Verfassen eines Berichts über die Aktivitäten und das weiter Vorgehen in der Zukunft.

Menschenrechte im schweizerischen Bildungssystem

Im schweizerischen Bildungssystem hat die Menschenrechtsbildung bis heute noch keinen festen Platz gefunden. Menschenrechtsbezogene Themen werden an den Schulen nicht systematisch thematisiert, obwohl die Schweiz aufgrund internationaler Verpflichtungen dazu aufgefordert ist. Das Fehlen einer nationalen Menschenrechtsinstitution erschwert die Umsetzung des Aktionsplans zusätzlich, da die Verantwortung bei den Kantonen liegt und ein gesamtschweizerisches Vorgehen erschwert wird. Die Bildung einer koordinierenden Institution, wie es im Aktionsplan vorgeschlagen wird (S.29), wäre daher dringend notwendig – ein Argument mehr für die nationale Menschenrechtsinstitution.

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