Update: 05.08.2011

Neue deutschsprachige Zeitschrift für Menschenrechte

In Deutschland ist das erste Heft der Zeitschrift für Menschenrechte zfmr erschienen. Die zfmr versteht sich als Forum, in dem umstrittene Menschenrechtsfragen sozialwissenschaftlich reflektiert werden – Fragen der Legitimation, Interpretation und Umsetzung sowohl der klassisch liberalen wie auch der sozialen Menschenrechte. Wissenschaftlich ist die neue Publikation auf die Politikwissenschaft und benachbarte Disziplinen fokussiert.

Das Heft 1/07 ist dem Thema «Menschenrechte und Terrorismus» gewidmet. Die Beiträge zum Themenschwerpunkt hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen finden sich wohl informierte Beiträge wie jener von George Andreopoulos zu Konzepten und Methoden der Terrorismusbekämpfung im Rahmen der UNO oder die vorzügliche Übersicht von Manfred Nowak zur Aushöhlung des Folterverbots seit dem 11. Sept. 2001.

Doch nicht alle Beiträge weisen die erforderliche Klarheit auf, um wirklich nachvollziehbar zu sein. Walter Reese-Schäfer argumentiert teilweise schwammig und juristisch nicht allzu sattelfest für den wehrhaften Staat. Beim Beitrag des Philosophen Georg Lohmann fällt auf, dass er, statt mit Argumenten zu überzeugen, eher seiner Überzeugung zum Ausdruck bringt, dass Kantianer einen exklusiven Zugang zur Begründung der Menschenrechte besitzen, was nicht ganz einzuleuchten vermag.

Die Rubriken «Hintergrund» und «Forum» enthalten diverse lesenswerte Beiträge. Allerdings werden die Herausgeberinnen in den folgenden Heften gut daran tun, dem Eindruck einer gewissen Beliebigkeit in der Auswahl der Artikel mit etwas mehr Kontextualisierung zu begegnen.

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