Update: 07.03.2006

Mobil gegen häusliche Gewalt

Amnesty International (AI) lanciert anlässlich des Frauenrechtstages vom 8. März 2006 die Aktionstournee «Mobil gegen häusliche Gewalt». Den ganzen Sommer über wird ein Wohnmobil von AI an verschiedenen Standorten in der Schweiz auf Gewalt in Ehe und Partnerschaft aufmerksam machen.

«Wer seine Frau schlägt, ist kein Mann», sagte Daniel Bolomey, Generalsekretär von AI bei Tourneestart. Er erinnerte daran, dass Männlichkeit nicht automatisch den Einsatz von Gewalt bedeutet und dass Männer aus diesem traditionellen Männerbild «desertieren» müssen: «Der Beitrag der Männer gegen häusliche Gewalt ist zentral. Sie sind es, die in der heutigen Welt nach wie vor die politische und wirtschaftliche Macht innehaben. Deshalb müssen gerade Männer ihre Kraft und ihre Machtpositionen gegen häusliche Gewalt einsetzen und mit Frauenorganisationen zusammenarbeiten, die seit Jahren auf diesem Gebiet aktiv sind.»

Das Wohnmobil als fahrendes Symbol der eigenen vier Wände diene als «Erfahrungsraum» zum Thema häusliche Gewalt, schreibt AI. Zweck der Aktion ist es unter anderem, dass häusliche Gewalt von der Öffentlichkeit vermehrt als Menschenrechtsthema wahrgenommen wird. Die grundlegendsten Menschenrechte stünden bei häuslicher Gewalt auf dem Spiel: «das Recht auf physische und psychische Unversehrtheit, das Recht auf Freiheit und Sicherheit, das Recht auf Gesundheit, das Recht auf Freiheit vor Folter oder anderer erniedrigender Behandlung – und nicht selten das Recht auf Leben.»

Die Aktion von AI dauert von März bis Oktober 2006.

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