Neue Zahlen und Probleme zum Welternährungstag

Die Zahl der Hungernden in der Dritten Welt nimmt wieder zu. Gegenwärtig steige sie um rund 4 Mio. pro Jahr, warnte die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) anlässlich des Welternährungstag vom 16. Oktober 2007. Gleichzeitig hat die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, einen verstärkten Kampf gegen den Hunger in der Welt gefordert. Der Zugang zu ausreichender Nahrung sei ein grundlegendes Menschenrecht, hielt sie fest. Vergangene Woche hatte darüber hinaus der UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, der Schweizer Jean Ziegler, seinen Bericht zum Welternährungstag zuhanden der UNO-Vollversammlung vorgestellt.

Ziegler: «Hungerflüchtlinge sind nicht Wirtschaftsflüchtlinge» 

Die Staaten müssten einen globalen Vertrag für den Umgang mit Hungerflüchtlingen unterzeichnen, forderte Ziegler. «Das humanitäre Drama, das sich am Mittelmeer abspielt, muss beendet werden», sagte Ziegler. «Die Europäer antworten nur mit militärischen Mitteln auf das Problem. Hungerflüchtlinge sind nicht Wirtschaftsflüchtlinge. Sie kämpfen um ihr Leben.» Seiner Ansicht nach sollte für Hungerflüchtlinge mindetens das Prinzip der provisorischen Aufnahme angewendet werden. Zu diesem Zweck regt Ziegler eine Weiterentwicklung der Flüchtlingskonvention von 1951 durch den UNO-Menschenrechtsrat an.

Problematische Biotreibstoffe 

Im Zusammenhang mit dem Recht auf Nahrung haben jüngst verschiedene Organisationen auf die Problematik der Biotreibstoffe hingewiesen. Jean Ziegler hat bei der Präsentation seines Berichtes das Thema aufgenommen und ein Moratorium für solche Treibstoffe verlangt. Demnach sollten während fünf Jahren keine Biotreibstoffe hergestellt werden. Biotreibstoffe aus Mais oder Getreide würden die Preise dieser Nahrungsmittel in die Höhe treiben und damit den Hunger fördern, so die Begründung. Für eine 50-Liter-Tankfüllung eines Autos mit Biotreibstoff würden 200 Kilogramm Mais benötigt, rechnete Ziegler vor. Damit könne eine Person ein ganzes Jahr ernährt werden. 

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09.03.2018