Erschreckende Zahlen zum Welthunger

Im vergangenen Jahr sind erneut mehr Menschen von Mangelernährung betroffen gewesen. Der Hunger auf der Welt ist weiterhin nicht rückläufig, wie einem Bericht von Jean Ziegler, UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, zu entnehmen ist. Dies sei ein Hohn angesichts der Versprechen der Regierungen am Welternährungsgipfel von 1996 und 2002, sagte Jean Ziegler Ende März vor der UNO-Menschenrechtskommission in Genf.

Wie bereits in den vergangenen Jahren präsentiert Ziegler in seinem aktuellsten Bericht erschreckende Zahlen. Demnach leiden weltweit 852 Millionen Kinder an Unterernährung. Jeden Tag würden 17'000 Kinder, die nicht älter als fünf Jahre alt wurden, an den Folgen von Unterernährung sterben, sagte Jean Ziegler. Im vergangenen Jahr waren 7,7 Prozent der Kinder unter fünf Jahren von schwerer Mangelernährung betroffen. Im Jahr 2003 waren es vier Prozent gewesen. 

Ziegler machte klar, dass ein Ende des weltweiten Hungers nicht einzig eine Frage fehlender Ressourcen sei. Hunger sei häufig von Menschen verursacht. In diesem Sinne rief er Regierungen und andere Akteure auf, Handlungen zu unterlassen, die mehr Hunger, Armut und Ungleichheit provozierten. In manchen Weltregionen schreckten Regierungen nicht davor zurück, Wasser und Nahrung als politisches oder wirtschaftliches Druckmittel einzusetzen, sagte Ziegler. 

Besonders besorgniserregend sind gemäss dem Bericht die Verstösse gegen das Recht auf Nahrung in Darfur, in Nordkorea, in den besetzten palästinensischen Gebieten und im Irak. Hier habe sich seit der von den USA geführten Intervention vor zwei Jahren die Zahl der unterernährten Kleinkinder nahezu verdoppelt, kritisierte Ziegler.

12.04.2005